Freitag, Dezember 23, 2005

Schnee
bin also zu hause, das einzige was meine seele tröstet ist der hohe schnee die bei uns im garten liegt, und überhaupt in der ganzen stadt. nachdem ich heute neue stiefeln zum weihnachten bekomme habe, kann ich mich auch auf den beinen forbewegen nicht nur auf dem arsch (wegen eis und so...). die stadt sieht wunderschön aus, und meine mutter braucht ein lasso um mich abends ins haus zu kriegen. morgen wenn mir alle auf die nerven gehen, schnapp ich meine schie, klaue das auto, und fahre raus auf die pisten um ein bisschen zu relaxen, das mach ich vielleicht auch wenn mir keine auf die nerven geht.
das tolle hier im schigebiet ist, dass die pisten bis mitternacht geöffnet sind, das heißt man fährt raus, und man hat die möglichkeit bis in die tiefste nacht die wälder zu genießen. man kann nur das knirschen des schnees unter den schien hören und den wind der geschwindigkeit in den ohren pfeifen lassen. ich liebe es!
ich bin praktisch auf schien aufgewachsen, ich glaube ich war 5 jahre alt, als mein vater mich das erste mal auf diesen roten plastikschien den abhang runtergejagt hat. meine mutter blieb meistens an der ersten tanne hängen, da sie nie in der lage war zu lernen, wie man geschwindigkeit drosselt oder stehen bleibt, geschweige denn einbiegt.
morgen wird wahrscheinlich niemand auf den pisten sein, ich vermutlich auch nicht. ich beuge mich den familienpflichten und werde die beiden heulenden alten frauen zuhören und versuchen nicht zu kotzen.
aber die gedanke allein, dass ich das tun könnte, einfach wie im trans aufstehen, mich anziehen und in die wälder fahren, wird mir etwas helfen, oder auch nicht... zum glück weiß ich, wo meine mutter ihren umfangreichen auswahl an beruhigungs- und schlaftabletten aufbewahrt.